Was ist Trial?
Der Motorrad –Trialsport einmal erklärt
Das Wort „Trial“ kommt aus dem englischen Sprachgebrauch und bedeutet soviel, wie „Versuch“ oder „Prüfung“.
Der Motorradtrialsport entwickelte sich schon sehr früh, nämlich etwa 1910, als sogar noch Pferdefuhrwerke den Straßenverkehr beherrschten, und die Straßenverhältnisse dementsprechend aussahen.
Irgendwann haben sich ein paar Engländer/Schotten ausgedacht, schwierige und unwegsame Pfade möglichst fehlerfrei – also ohne Abstützen mit den Füßen – zu befahren.
Hier sieht man im Trialsport quasi die Wiege des Gelände-Motorradsports!

Daraus entstand dann auch zwangsläufig der Endurosport, bei dem es ja schon mehr auf Schnelligkeit und Zuverlässigkeit geht, bzw. irgendwann auch der Motocross-Sport.
Beim Trial geht es aber immer noch „nur“ um Geschicklichkeit und weniger um das Fahren auf Zeit.
Der Trialfahrer misst sein Können beim Fahren in „Sektionen“.
Die Sektion ist dabei der Prüfungsabschnitt, indessen Bereich der Fahrer bewertet wird und Strafpunkte kassieren kann. Und zwar ohne vorher die abgesteckte Strecke trainieren zu dürfen.
Es ist im Wettbewerb nur die vorherige Besichtigung erlaubt. Fahrfehler sind z.B. das Abstützen mit den Füßen, Sturz oder das Verlassen der vorgeschriebenen Fahrspur.
Um sich nicht mit den Füßen auf dem Boden abstützen zu müssen, muss ein Trialfahrer ein sehr gutes Gleichgewichtsgefühl haben. Geschicklichkeit und sehr gute Körper- und Motorradbeherrschung sind dabei ungeheuer wichtig.

Aus den früheren, normalen Gebrauchsmotorrädern (die man allerdings heute noch bei den sogenannten Veteranen- und Klassiktrials findet) haben sich bis heute Spezialfahrzeuge entwickelt, die nur noch zum Trialfahren taugen. Extrem leicht, wendig, viel Bodenfreiheit und alles muß seidenweich und ohne zu rucken funktionieren. Dabei brauchen die Motoren gar nicht soviel Leistung, 20 - 25 PS ist der Leistungsbereich, sondern möglichst viel Drehmoment im unteren Drehzahlbereich.

Auch anders als beim Enduro, oder MX ist die Klasseneinteilung. Es wird hier nicht nach Leistung oder Hubraum des Moppeds, sondern nach der Leistung des Fahrers eingeteilt. Je höher die Klasse, umso schwerer die Sektionen/Fahrspuren.
Die Klasse, die sich der Fahrer zutraut, fährt er – ganz einfach.
Für den Zuschauer ist immer wieder interessant, zu sehen, wie spielerisch es aussieht, wenn geübte Trialfahrer über Steine und Baumstämme „hüpfen“, während es für einen Trialfahrer immer wieder ein erhebendes Gefühl ist, als funktionierende Einheit mit dem Motorrad, schwierigste Geländesituationen „beherrschen zu können“.

Und so kann man Trial nicht nur als Wiege des Motorradsports sehen, sondern auch als beste Schule für jeden Motorsport, was oft auch die Ergebnisse ehemaliger Trialpiloten bei Enduro- oder MX-Veranstaltungen zeigen.
Trial ist vor allem auch die ideale Motorsportart, um Kindern und Jugendlichen einen spielerischen und lustvollen Umgang mit dem Kraftfahrzeug zu ermöglichen und gleichzeitig einen verkehrserzieherischen Einfluss auszuüben.
Egal, ob es das „Lernen des richtigen, nahezu immer verletzungsfreien Stürzens“ ist, oder zu lernen, sich situationsbezogen und schnell auf eine Fahrsituation einstellen zu können. Immer unter Berücksichtigung des eigenen Fahrkönnens, abwägend und beherzt, effektiv ein Motorrad zu beherrschen.
Probiert´s doch mal aus... z.B. mir unserem Vereinsmotorrad. 
Bei den Trial-Veranstaltungen unterscheidet man grundsätzlich zwei Arten :
Die Lizenzpflichtigen: Sie werden von dem DMSB (Deutschem Motor Sport Bund) vergeben. Bei diesen Veranstaltungen kämpft man um Meisterschaftspunkte der verschiedenen Klassen. Vergleichbar mit der Fußballbundesliga. Der Fahrer benötigt eine Fahrerlizenz.
Die Lizenzfreien (Lf-Trial): Sie werden von den einzelnen Trialvereinen veranstaltet. Es gibt dabei keine Meisterschaftpunkte. Bei diesen Veranstaltungen kann JEDER mitmachen. Jeder Mann, Frau, Kind, Senior der ein Trialmotorrad besitzt. Eine Lizenz ist nicht erforderlich. Am Veranstaltungstag bezahlt man ein geringes Startgeld, etwa 10 Euro und kann dann an einer richtigen Trialveranstaltung teilnehmen.
Die Leistungsklassen beim Lf-Trial (Motorradtrial) :
Klasse 6 : Neulinge Jeder der ein Motorrad fahren kann, ist in der Lage, in dieser Klasse mitzufahren. Ob Kind oder Senior ist dabei egal. Wir hatten schon Kinder ab 7 Jahren und Senioren mit über 60 Jahren bei unseren Lf-Trials am Start.
Klasse 5: Anfänger Der geübte und etwas erfahrene Neuling. Hindernisse sind z.B. Steine von ca. 40 cm Höhe, Baumstämme von ca. 50 cm Durchmesser.
Klasse 4 : Fortgeschrittene Die Steinstufen sind etwas höher und Abstände davor kürzer, die Steilauffahrten steiler, die Kurven enger.
Klasse 3 : Spezialisten Regelmäßiges Training ist erforderlich, Steinstufenhöhe kann bis zu einem Meter betragen, die Abstände der Hindernisse sind deutlich kürzer.
Klasse 2 : Experten Leistungsstand entspricht dem Fahrer, der auch an der Nord- oder Süddeutschen Meisterschaft teilnimmt. Manche Experten betrachten die Lf-Trials als reine Trainingstrials für ihre Meisterschaften. Regelmäßiges Training und begleitender Ausgleichssport ist zwingend erforderlich.
Die Klassen 2-6 werden nochmals in Jugendliche und Erwachsenen unterteilt.
Wie wird im Trial-Sport gewertet?
Strafpunkte werden in jeder Sektion auch bei mehreren Fehlern jeweils nur für den schwersten Fehler gegeben, d.h. ein Fehler mit höherer Strafpunktzahl hebt den oder die Fehler mit geringerer Strafpunktzahl auf.
Durchfahren ohne Fuß oder Scheitern 0 Fehlerpunkte
Ein Fehler ( insgesamt einmal Fuß ) 1 Fehlerpunkt
Zwei Fehler ( insgesamt zweimal Fuß ) 2 Fehlerpunkte
Mehr als zwei Fehler 3 Fehlerpunkte
Definition `` Fuß´´ Berühren des Bodens oder Anlehnen/Abstützen an ein Hindernis, z.B. Baum, Felsen usw. mit irgend einem Teil des Körpers oder Motorrades, ausgenommen Unterbodenschutz, Fußraste und Reifen. ( Das Streifen von Hindernissen z.B. Baum, Felsen usw. während der Vorwärtsbewegung ist noch keine Bodenberührung.)
Wertungskriterien:
Rückwärtsbewegung mit oder ohne Fuß 5 Fehlerpunkte
Sturz 5 Fehlerpunkte
Verlassen der Sektionsbegrenzung 5 Fehlerpunkte
Verlassen der für die betreffende Klasse vorgeschriebene Fahrspur 5 Fehlerpunkte
Beschädigen der seitlichen Begrenzung bzw. eines Klassenpfeiles 5 Fehlerpunkte
Überqueren klassenfremde Torlinien oder Umleitungen 5 Fehlerpunkte
Fremde Hilfe 5 Fehlerpunkte
Spurkreuzen in Verbindung mit einer Schleife 5 Fehlerpunkte
Sonstige Strafpunkte / Definition:
Nichteinfahren in einer Sektion 5 Strafpunkte
Reparieren des Motorrades in der Sektion 5 Strafpunkte
Auslassen einer Sektion 10 Strafpunkte
Verändern einer Sektion 5 Strafpunkte
Nichtverlassen der Sektion nach ``5er Wertung´´ 5 Strafpunkte
Missachtung bzw. Nichtbefolgen von Anweisungen eines kenntlich gemachten Punktrichters 5 Strafpunkte
Allgemeine Wertung:
Der Fahrer mit der niedrigsten Fehlerpunktzahl ist Sieger seiner Klasse.
Bei Punktgleichheit entscheidet:
1. Die größere Anzahl der Null-Fehler-Sektionen.
2. Die größere Anzahl der Ein-Fehler-Sektionen usw.
3. Das bessere Ergebnis in der letzten, vorletzten Runde usw.
Folgendermaßen kann man die Klassen beim Wettkampf unterscheiden:
Klasse 2 ( Experten ) Startnummern mit weißem Untergrund und schwarzen Zahlen, in der Sektion weiße Pfeile
Klasse 3 ( Spezialisten ) Startnummern mit blauem Untergrund und weißen Zahlen, in der Sektion blaue Pfeile
Klasse 4 ( Fortgeschrittene ) Startnummern mit grünem Untergrund, in der Sektion grüne Pfeile
Klasse 5 ( Anfänger ) Startnummern mit schwarzen Untergrund und weißen Zahlen, in der Sektion gelbe Pfeile - normal schwarze
Klasse 6 ( Neulinge ) Startnummern mit rotem Untergrund und weißen Zahlen, in der Sektion rote Pfeile

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